Die Filmreihe
thematisiert die Herausforderungen, die durch Veränderungen im Wasserhaushalt für Gemeinden und deren Bewohner:innen entstehen.
Österreich bezieht beeindruckende 100% des Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser. Mit fortschreitendem Klimawandel verschlechtert sich jedoch die Boden- und Wasserqualität Österreichs, was zu prekären Verhältnissen und Wasserknappheit für verschiedene Gemeinschaften in einem Land führt, das global für dessen Wasserreichtum bekannt ist.
Bereits jetzt leiden viele Regionen Niederösterreichs, Oberösterreichs und der Steiermark unter erheblichem Wasserstress.
Narrative Waters stellt vor allem Einwohner:innen von Gemeinden in den Vordergrund, welche Wasserherausforderungen erleben. Das Projekt versucht eine breite Zielgruppe für die Thematik Wasser zu sensibilisieren, um somit eine stärkere Bewusstseinsbildung und eine nachhaltige und gesündere Zukunft für die österreichische Gemeinschaft sicherzustellen.
Narrative Waters I zeigt, wie Veränderungen im Grundwasserbereich, ob durch Zugang, Infrastruktur oder Knappheit, nicht nur Ökosysteme sondern auch soziale Identitäten und Lebensweisen beeinflussen. In Waidhofen an der Thaya (NÖ) verbinden sich individuelle Erzählungen über Umweltveränderungen und persönliche Unsicherheiten zu einem kollektiven Wissen.
Der Film geht über wissenschaftliche Analysen der interviewten Forscher:innen hinaus, indem er ökologische, politische und soziale Dimensionen in ein gelebtes Narrativ integriert, das das öffentliche Bewusstsein für lokale und globale Wasserproblematiken fördert.
Narrative Waters II erweitert den Blick von Grundwasser hin zum gesamten Wasserkreislauf in der Landschaft. Der Film folgt dem Ansatz des ersten Teils indem Forschungsergebnisse durch persönliche Geschichten, konkrete Orte und sichtbare Zusammenhänge erfahrbar gemacht werden.
Im Zentrum steht die Frage wie Wasser überhaupt erst in der Landschaft gehalten werden kann. Die Antwort liegt nicht in einem einzigen Instrument, sondern im Zusammenspiel aus Boden, Planung, Landwirtschaft und politischem Handeln. Klimawandel bringt dabei zwei Extreme gleichzeitig, Dürre und Starkregen, und macht sichtbar was lange übersehen wurde: dass versiegelte Flächen, intensive Landnutzung und fehlende Retentionsräume das Wasser aus der Landschaft treiben bevor es einsickern kann.
Mittlere klimatische Wasserbilanz (mm/Jahr). Positive Wasserbilanz (blau) vs. strukturelles Defizit (gelb/orange). Quelle: BOKU Wien, Abt. Hydrologie und Wasserwirtschaft, Juni 2026, ehao.boku.ac.at
Österreich gilt als wasserreiches Land und ist es strukturell auch. Doch Klimawandel, ungleiche Verteilung und ein lückenhaftes Monitoring machen Wasserknappheit in weiten Teilen des Landes unsichtbar. Genau diese Unsichtbarkeit ist der Ausgangspunkt von Narrative Waters.
In niederschlagsarmen Regionen wie dem Waldviertel oder Weinviertel sind die Ausnutzungsgrade der Grundwasserressourcen bereits heute sehr hoch. Die Böhmische Masse, geprägt von Granit und Gneis, bildet kaum Grundwasser und ist gleichzeitig am schlechtesten beobachtet: Grundwassermessstellen folgen historisch den Bevölkerungszentren und vernachlässigen Festgesteinsregionen systematisch.
Die Klimaprognosen verstärken den Druck: Die Studie Wasserschatz Österreich (2021) zeigt im ungünstigen Szenario bis 2050 einen Anstieg der Wasserentnahme um 21% bei gleichzeitigem Rückgang der verfügbaren Grundwasserressourcen um 23%. In manchen Regionen kann der Rückgang über 30% betragen.
Umweltbundesamt, BOKU Wien & Ingenieurbüro DI Holler (2021). Wasserschatz Österreich — Grundlagen für die nachhaltige Nutzung des Grundwassers. Im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT). Wien.